München, Juli 2010. „Deutschland, deine Dialekte!“, mag so mancher seufzen, der in heimischen Gefilden Urlaub macht, Freund oder Freundin jenseits der Bundeslandgrenze besucht oder aus beruflichen Gründen in sprachfremde Gegenden umsiedelt. Doch zum Glück gibt es die Langenscheidt Lilliputs, liebevoll „Lillis“ genannt. Und zum größten Vergnügen aller Baden-Fans bekommt die Reihe mit dem lang ersehnten Lilliput Badisch jetzt Nachwuchs. Endlich können alle ihren Aufenthalt in der Gegend um Karlsruhe ohne sprachliche Blessur überstehen. Rund 4.500 Stichwörter und Wendungen tragen dazu bei, Land und Leute verstehen und lieben zu lernen. Mit Humor geht das am besten. Deshalb ist alles, was es über die urigen Badener sonst noch zu wissen gibt, in 50 witzig-unterhaltsame Glossen verpackt.
Überhaupt: Wie heißen sie denn nun richtig – Badener oder Badenser? Wer aus Frankfurt kommt, sollte bei der zweiten Variante vorsichtig sein, er läuft sonst Gefahr, im Rahmen einer Retourkutsche als „Franggfurdser“ dem Gespött der Leute ausgesetzt zu werden... Diese und andere Dialekt-Fallen gilt es bei einem Besuch oder längeren Aufenthalt in Baden zu umgehen. Nichts leichter als das, passt doch das „Lilli“ noch in die kleinste Tasche. Neben einer Einführung in regionale Besonderheiten, der Vermittlung grammatischer Grundlagen und der zuverlässigen Übersetzung badischen „Fachvokabulars“ in lupenreines Hochdeutsch sorgt das gelbe Minilexikon überall für gute Laune – auch bei alteingesessenen Badenern. Beim gemeinsamen Fachsimpeln über grammatische Eigenarten und geografische Abweichungen sollte man zwar uffbasse, dass es ned grachd, aber der friedliebende Badener stellt die Harmonie schnell wieder her, indem er einfach herzhaft lacht bzw. sich en Aschd ablacht.
Ganz wichtig für den Fremdling sind kulinarische Spezialitäten, ob er nun zum ersten Mal in einem Badener Lokal einkehrt oder zum Mittagessen bei den künftigen Gegeschwieger, den Schwiegereltern von Sohn oder Tochter, eingeladen ist. So kommt man in Baden um saure Bleddle – Kartoffelscheiben in saurer Rahmsoße – einfach nicht herum. Dazu passt übrigens hervorragend e Zäpfle aus der badischen Staatsbrauerei. Wer es ernst meint mit der Einbürgerung, der backt außerdem zu Weihnachten d'Breedle, ein Feingebäck, und weiß auf Nachfrage sofort, was ein Dambedei ist: nämlich ein weihnachtliches Hefegebäck in Männchenform mit Mandelmund und Nuss- oder Rosinenaugen.
Weil sich vielleicht nirgendwo die Eigenarten eines Landstrichs und sei-ner Menschen so deutlich niederschlagen wie in ihrer Sprache, lernt man mit dem Lilliput Badisch Wort für Wort viel über die Menschen – ihre Mentalität, ihre Empfindlichkeiten, ihre Abgründe. Ein Beispiel: Um Anerkennung auszudrücken, sagt ein Badener schon mal so rabenschwarze Sätze wie Sauwer liggd de Babbe im Sarg. Mer kennd grad maaine, er lachd (Sauber liegt der Vater im Sarg. Man könnte fast meinen, er lacht). Und so ist das neue Lilliput Badisch nicht nur ein ideales Geschenk zum Schmökern und Schmunzeln, sondern vermittelt – wie die anderen acht Miniwörterbücher auch – ein kleines Stück innerdeutscher Kulturgeschichte.
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LANGENSCHEIDT LILLIPUT BADISCH Rund 4.500 Stichwörter und Wendungen • 384 Seiten, kartoniert • je 3,50 € [D] • 3,60 € [A] • 6,70 CHF • ISBN 978-3-468-20019-9 Erscheinungstermin im Handel: Juni 2010
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