München, Mai 2010. Bayern ist nicht wie andere Bundesländer. Schon gar nicht bei den Einreisebestimmungen: Bevor Zuagroasde von jenseits des Weißwuaschdäquators, sprich: der Donau, Fuß fassen können, müssen sie erst den einen oder anderen Breissntest über sich ergehen lassen. Dabei haben alle bayrischen Uaviecha (= Originale) eine Mordsgaudi, wenn diese sich an Zungenbrechern wie Oachkazlschwoaf (= Eichhörnchenschweif) oder Loawedoag (= Brötchenteig) versuchen. Wer sich eine Blamage ersparen will, übt schon mal mit „Bairisch für Anfänger“ aus dem Langenscheidt Verlag. Das Taschenbuch im Lederhosenformat ist in jeder Hinsicht eine Über-lebenshilfe: Vom 1x1 des Bairischen über Speis und Trank, Liebesgeflüster und Donnerwetter bis zu geflügelten Worten und weißblauem Kult serviert es lustige Worterklärungen und amüsantes Insiderwissen. Crashkurse, Witze, Interpretationshilfen und ein Abschlusstest machen fit für die „bayrische Staatsbürgerschaft“.
Es lohnt sich. Denn einmal eingeweiht, dass weder eine Auszogne (= Schmalzgebäck) noch ein Foozhowe (= Mundharmonika) ein Grund zum Rotwerden sind, lebt sich’s im Freistaat ganz ungeniert. Und wer hinter ei-ner Goassnmass, einer Art ländlichem Alkopop, und Oxnaugn (= Spiegeleier) keine kulinarischen Abnormitäten wittert oder bei einer Gschwollnen (= Wurstspezialität) nicht gleich den Sanka ruft, tut sich auch im Wirtshaus leichter. Richtig pfundig wird’s beim Flirten. Denn dass Seawus als sexy gilt, ist spätestens seit einer Umfrage amtlich, bei der Bairisch zum erotischsten deutschen Dialekt gewählt wurde. Ob hoisn (= umarmen) oder schnaxln (= humorig für Liebe machen): So bildhaft und lautmalerisch klingt Zärtliches gleich noch zärtlicher. Wer kann da schon nein sagen, wenn der Auserkore-ne beim Kammafensdaln (= nächtliches Einsteigen ins Schlafzimmer) sei-nem Gschbusi zärtlich zuraunt: „I daad da gean a Bussl gem.“ – Ich würde dich gerne küssen. Lässt sich nur hoffen, dass der Undercover-Liebhaber nicht das Fenster der Oma erwischt hat!
Ob mitreden oder verstehen: Langenscheidt „Bairisch für Anfänger“ dient der deutsch-deutschen Völkerverständigung. Crashkurse helfen jenen auf die Sprünge, die ihre Schlagfertigkeit auch auf weißblauem Territorium nicht einbüßen wollen. Interpretationshilfen unter dem Motto „Da Baia sogd – Der Bayer meint“ helfen auch dann beim Verstehen, wenn es nicht nur an ein-zelnen Vokabeln hapert. Deftig gewürzt mit Bayernwitzen, einem Obazdn-Rezept, griabig-rustikalen Illustrationen und Anekdoten, ist das Bändchen im Rauten-Look das ideale Geschenk für alle, die in den Freistaat auswandern möchten – oder ihn schon als Wahlheimat bezogen haben. Wäre doch gelacht, wenn sich nicht am Ende sogar eingefleischte Breissn zu Uaviech-Verstehern mausern würden. Öha!
(2.874 Zeichen mit Leerzeichen)
Claudia Halbedl studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Journalistik und Sprachwissenschaft an der Universität Salzburg. Sie arbeitet als freie Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung und nach ihrem Debüt mit Slanglish begibt sie sich mit Bairisch für Anfänger nun in die Traditionen und Gepflogenheiten ihres Heimatlandes.
LANGENSCHEIDT BAIRISCH FÜR ANFÄNGER Von Claudia Halbedl, Zeichnungen von Jan Reiser • 120 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-468-73800-5 • € 9,95 (D), € 10,30 (A), CHF 18,60
Erscheinungstermin: Mai 2010 LANGENSCHEIDT VERLAG MÜNCHEN
Ansprechpartnerin Produkt-PR Langenscheidt Verlag
• für Deutschland:
Stefanie Schill
Mies-van-der-Rohe-Str. 1, D - 80807 München
Tel.: 0049-89-360 96-292, Fax: 0049-89-360 96-295
Mail: s.schill@langenscheidt.de
• Für Österreich und Schweiz:
Trudi Brülhart
Südbahnhofstr. 10,
CH - 3007 Bern
Tel.: 0041-31-371 8525, Fax: 0041-31-371 8524
Mail: trudibruelhart@bluewin.ch