München, Mai 2010. „Mund möglichst wenig bewegen, den Unterkiefer vorschieben und dann die Worte genüsslich über die Unterlippe raustropfen lassen.“ Schon kann’s losgehen mit „Schwäbisch für Anfänger“ aus dem Langenscheidt Verlag. Keine Angst, es geht keinesfalls furzdrogga (= trocke-ner als trocken) zu, wenn der bekannte Autor Christoph Sonntag Raigschmeggden (= Zugezogenen) jenes deftige Schwäbisch nahebringt, das er noch von Opa und Oma gelernt hat. Damit daraus nicht unversehens a saudômms Gschwätz wird, gibt er seinen Lesern neben Crashkursen, Ländle-Wortschatz und Interpretationshilfen jede Menge Einblicke in die schwäbische Eigenart mit. Ob 1x1 des Schwäbischen, Speis und Trank, Liebesgeflüster, Donnerwetter, geflügelte Worte oder Schwabengaude: Am Ende steht dem Erfolg beim Schwaben-Abschlussquiz nichts mehr im Wege.
„I vrschdãnd Sia nedd, kennat-Se koi Deidsch? – Ich verstehe Sie nicht, sprechen Sie kein Schwäbisch?“ Wer sich einem solchen Vorwurf gar nicht erst aussetzen will, rüstet sich am besten mit „Schwäbisch für Anfänger“. Die charmant-witzig illustrierte Kommunikationshilfe von Langenscheidt ist ein ideales Geschenk für alle, die regelmäßig im Allgäu Urlaub machen, in Ulm, Stuttgart oder Augsburg arbeiten und studieren oder einfach ihre Hei-mat ins Ländle verlegt haben.
Wer hier anerkannt werden will, muss zwar nicht gleich den Bauschbarvrdraag in der Tasche haben, sollte sich aber mit Kehrwoch und schwäbi-scher Sparsamkeit vertraut machen. Waren Brõõda und Schbätzle (= Braten und Spätzle) beim Arbeitsessen etwas viel, so empfiehlt sich der umsichtige Manager beispielsweise durch den Satz: „Es hôt subber gschmeggt, abbr mir wars a bißle z’viel, hädded-Se villeichd a bißle Alufolie, nôh dääded-mr des midnemma, wär jôh grâd z’schaad drôm.“ Übersetzt: Könnten wir etwas Aluminiumfolie – oder auf Englisch: ein doggy bag – haben? Nachhaltigkeit ist in Schwaben eben kein Schickimicki-Trend, sondern gelebte Tradition.
Auch der schwäbisch-deutschen Mischehe oder -beziehung erspart der handliche Kommunikationstrainer Missverständnisse. Gut zu wissen, dass der zärtliche Vergleich mit schleimigem Getier wie Grott (= Kröte) und Schnäggle (= Schneckchen) kein Grund zum grädich (= verärgert) werden ist. Auch das Deifele (= Teufelchen) ist von demjenigen als Kompliment gemeint, dem beim Anblick eines frechen Mädle em Miniröggle schier d’Glotzbebbel raushagled (= beinahe die Augen herausfallen). Wogegen es zwar nett klingt, wenn Worte wie Lällebäbbler (= Mistschwätzer), Hãmballe (= ungeschickter Mensch) oder Obergscheidle (= Besserwisser) fallen, aber als Kompliment sind sie dennoch nicht gemeint. Wer schließlich trotz 1a-Schwabentest ins dialektale Fettnäpfchen tritt, dem sei eine letzte Erste-Hilfe-Ausrede verraten: „I hãn doch nix gsaid, i hãn doch bloß gmoind”, denn nur meinen spricht glücklicherweise von Schuld frei.
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Christoph Sonntag, Kabarettist, ist Radiostar im Wilden Süden: fast 2000 Glossen von und mit ihm wurden bis heute im Gebiet zwischen Köln, Konstanz, Straßburg und Augsburg gesendet. Seine brandneue Radio-Comedy-Serie AZNZ (Alte Zeiten Neue Zeiten) ist der neue Hinhörer auf SWR3. Darin dreht sich alles um früher. Und heute. Christoph Sonntag packt diese Veränderungen alle an und dreht sie durch seinen satirischen Wolf, bis kein Auge trocken bleibt. Durch seine Live-Auftritte mit schwäbisch-satirischem Programm ist er in ganz Deutschland bekannt. Als Buchautor von bereits neun Büchern hat das Multitalent den südwestdeutschen Humor in großen Stückzahlen an die Leser gebracht.
LANGENSCHEIDT SCHWÄBISCH FÜR ANFÄNGER Von Christoph Sonntag, Zeichnungen von Michael Luz • 128 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-468-73801-2 • € 9,95 (D), € 10,30 (A), CHF 18,60
Erscheinungstermin im Handel: Mai 2010 LANGENSCHEIDT VERLAG MÜNCHEN
Ansprechpartnerin Produkt-PR Langenscheidt Verlag
• für Deutschland:
Stefanie Schill
Mies-van-der-Rohe-Str. 1, D - 80807 München
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