![]() |
1854 Gustav Langenscheidt (1832-1895) machte bereits als 17-Jähriger auf einer Europareise die Erfahrung, dass Fremdsprachen für die Verständigung im Ausland unerlässlich sind. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Berlin entwickelte er gemeinsam mit seinem Französischlehrer Charles Toussaint die erste praktikable Lernmethode sowie die erste praktikable Lautschrift für das Selbststudium, die »Methode Toussaint-Langenscheidt«. |
|||
| Top |
||||
![]() |
1856 Gustav Langenscheidt entwickelte seinen ersten Sprachkurs, den »Brieflichen Sprach- und Sprechunterricht für das Selbststudium der französischen Sprache«, der die Methode Toussaint-Langenscheidt als Bestandteil hatte. Nachdem sich kein Verlag dazu bereit erklärt hatte, das Werk zu verlegen, gründete er am 1. Oktober 1856 in Berlin seinen eigenen Verlag, der heute als Langenscheidt KG firmiert. Der Französisch-Kurs, der den damals 24-Jährigen zum Vater des populären Sprachkurses machte, wurde im Selbstverlag publiziert. Der Erfolg stellte sich schnell ein: Zum 25-jährigen Verlagsjubiläum (1881) lag das Werk bereits in 30. Auflage vor. Beginnend mit den Unterrichtsbriefen für die englische Sprache (1861) wurde die Methode Toussaint-Langenscheidt auf andere Sprachen übertragen. 1923, 67 Jahre nach Veröffentlichung des Prototyps, erschien als 14. und letzte Fremdsprache der »Briefliche Sprach- und Sprechunterricht für das Selbststudium der hebräischen Sprache«.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1868 Langenscheidt legte von Anfang an großen Wert auf die inhaltliche und herstellerische Qualität seiner Verlagsprodukte. Bereits 1861 hatte Gustav Langenscheidt eine Schriftgießerei aufgetan, die ihm eigens geschnittene Zeichen für die Lautschrift Methode Toussaint-Langenscheidt lieferte. Um den Satz- und Druckprozess besser steuern zu können, wurde 1868 die erste verlagseigene Druckerei gegründet. Ende der 1880er-Jahre errichtete Langenscheidt hinter dem 1866 bezogenen Verlagsgebäude in der Nähe des Anhalter Bahnhofs (Hallesche Straße 17) ein separates Druckereigebäude.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1880 Mit dem Enzyklopädischen französisch-deutschen und deutsch-französischen Wörterbuch »Sachs-Villatte« eröffnete Langenscheidt das Geschäftsfeld Wörterbücher. Gustav Langenscheidt hatte sein erstes Wörterbuch 1863 bei den Autoren Carl Sachs und Césaire Villatte in Auftrag gegeben und gehofft, das Werk bereits 1866 auf den Markt bringen zu können. Die Arbeiten an dem Großwörterbuch beanspruchten jedoch sehr viel mehr Zeit, als der damals noch relativ unerfahrene Verleger angesetzt hatte: Die erste Teillieferung des 4000 Seiten starken »Sachs-Villatte« erschien 1869, vollständig lag das Werk 1880 vor.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1901 Die erste Lieferung des Französisch-Wörterbuchs »Sachs-Villatte« (1869) ermutigte den Verleger Gustav Langenscheidt 1869, auch ein Enzyklopädisches Wörterbuch der englischen Sprache in Angriff zu nehmen. Mit dem nach seinen ersten Autoren benannten »Muret-Sanders« stellte Langenscheidt dem »Sachs-Villatte« ein nicht minder erfolgreiches Pendant an die Seite. Die Arbeiten zogen sich jedoch noch länger hin als beim Französisch-Wörterbuch: Die erste Lieferung des Englisch-Wörterbuchs erschien 1891, die letzte erst 1901, also 32 Jahre nach Beginn der redaktionellen Arbeiten. Die Gesamtkosten lagen mit 600.000 Goldmark weit über der ursprünglich veranschlagten Summe. Verlagsgründer Gustav Langenscheidt erlebte die Fertigstellung nicht mehr: Wenige Tage vor seinem Tod hatte er die Geschäfte 1895 an seinen Sohn Carl Langenscheidt (1870–1952) übergeben.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1903 Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann Langenscheidt konsequent in Reihen zu denken und seine Substanzen auf diese Weise optimal zu verwerten. Aus den 1883 als »Langenscheidts Notwörterbücher« für Englisch und Französisch veröffentlichten Lexika wurde 1903 die erste Wörterbuchserie des Verlags entwickelt: Die »Taschenwörterbücher« sind bis heute eine der tragenden Säulen des Langenscheidt-Wörterbuchgeschäfts. Das handliche Format entsprach den Bedürfnissen der mobiler werdenden Gesellschaft. Zur schnellen Durchsetzung der Reihe hat auch ihre auffällige Cover-Gestaltung mit dem künstlerisch gestalteten und geprägten »L« beigetragen.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1905 Bereits im 19. Jahrhundert erwies sich der Langenscheidt-Verlag als Technik-Trendsetter und experimentierte mit Grammofonplatten. Das Ergebnis war 1905 die weltweit erste Grammofonplatte für den Selbstlern-Sprachunterricht. Die schwarze Scheibe, die in Kooperation mit der Deutschen Grammophon-Gesellschaft produziert wurde, erleichterte das Erlernen der englischen Sprache und ergänzte das Verlagsprogramm erstmals um einen »Non-Book«-Artikel.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1912 Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veränderte sich das Reiseverhalten grundlegend. Immer mehr Menschen mussten sich – als Geschäfts- oder Privatreisende – im Ausland zurechtfinden. Langenscheidt bot ihnen mit der Reihe Metoula-Sprachführer, die 1912 gestartet wurde, optimale Hilfe. Die eleganten Bändchen vermittelten den für Auslandsreisen wichtigen Wortschatz und waren thematisch strukturiert. Sie erschienen für mehr als 30 Sprachen und wurden bis zu Beginn der 1960er-Jahre immer wieder aktualisiert. 1963 erfolgte die Umbenennung der Erfolgsserie in »Langenscheidts Sprachführer« und damit die Integration in die Marke Langenscheidt.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1944 Im Zweiten Weltkrieg kam die Verlagsarbeit nahezu zum Erliegen, weil das 1905 errichtete Berliner Verlagsgebäude 1944 weitgehend zerstört wurde. Die Flammen vernichteten den größten Teil der Redaktions- und Druckunterlagen sowie zahlreiche Maschinen. Erst 1947 konnte die Verlagstätigkeit wieder aufgenommen und mit dem Wiederaufbau begonnen werden.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1948 Die im Juni 1948 verhängte Berlin-Blockade veranlasste den kurz zuvor in das großväterliche Unternehmen eingetretenen Verleger Karl Ernst Tielebier-Langenscheidt (*1921), im oberbayrischen Strub bei Berchtesgaden eine Dependance einzurichten. Am 1. Juli 1949 konnte die Produktion der Graphischen Betriebe Berchtesgaden anlaufen. 1984 ist die Druckerei mit der angeschlossenen Buchbinderei in das wenige Kilometer von Strub entfernte Unterau umgezogen. Mit der Beteiligung am Verlag Bibliographisches Institut und F. A. Brockhaus AG legt er innerhalb der Gruppe den Grundstein für die dritte tragende Säule: Wissen und Deutsche Sprache.
Durch neue Niederlassungen, Mehrheitsbeteiligungen, Neugründungen und Zukäufe beginnt die Internationalisierung des Verlags.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1956 1951 wurde das dunkelblaue Taschenwörterbuch Englisch mit einer weißen Bauchbinde versehen, um darauf hinzuweisen, dass eine Neubearbeitung vorlag. Ein Jahr später ersetzte der Sprachenverlag die weiße Bauchbinde durch eine gelbe, was sich äußerst positiv auf die Absatzzahlen auswirkte. Zum 100. Verlagsjubiläum im Jahr 1956 wurde von Professor Richard Blank ein neues Corporate Design für die Marke Langenscheidt entwickelt, das blaue »L« auf gelbem Grund. Parallel dazu wurde Gelb zur offiziellen Hausfarbe des Sprachenverlags.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1959 Ende der 1950er-Jahre etablierte Langenscheidt als zweite Säule seines Verlagsgeschäfts das Segment Reise und Kartografie: Der 1955 übernommene Polyglott-Verlag, der bislang auf Sprachführer spezialisiert war, wurde 1959 um eine Reiseführerreihe ergänzt. Sie entwickelte sich unter dem Namen »Polyglott Reiseführer« in kurzer Zeit zu einer der erfolgreichsten Tourismusmarken des deutschsprachigen Raums. Von 1980 an baute Langenscheidt den Bereich Reise und Kartografie systematisch durch Firmenübernahmen im In- und Ausland aus. Der wichtigste Expansionsschritt war die in zwei Schritten (1992 und 1996) erfolgte Übernahme des internationalen Tourismusverlags APA Publications, Singapur. Mit dem Kauf der »APA Insight Guides« wurde Langenscheidt zu einem der weltweit größten Anbieter von Reiseliteratur.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1960 1960 konnte Langenscheidt den ersten internationalen Vertriebsvertrag abschließen: mit der BBC, dem zu diesem Zeitpunkt größten Sprachvermittler der Welt. Durch die Zusammenarbeit mit der BBC wurde Langenscheidt 1963 zu einem der Mitbegründer des Medienverbunds: Der Verlag lieferte das Begleitmaterial für den in Deutschland ausgestrahlten BBC-Fernsehsprachkurs »Walter and Connie«. Bereits in den ersten beiden Monaten wurden 150.000 Bücher verkauft.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1961 Im August 1961 wurde mit der Abriegelung der Sektorengrenze zwischen Ost- und Westberlin begonnen. Langenscheidt reagierte auf den Mauerbau mit der Gründung eines zweiten Firmensitzes in München. Bereits im Spätsommer 1961 verlagerten die ersten Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz von der Spree an die Isar. 1968 konnte in der Neusser Straße 3 das erste eigene Verlagsgebäude bezogen werden. Das Gebäude wurde immer wieder erweitert – zuletzt im Jahr 2000 durch den von Peter Schwegler entworfenen Neu- bzw. Erweiterungsbau.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1979 1979 begann mit dem Erscheinen des Lehrwerks »Deutsch aktiv« die Geschichte der Langenscheidt-Redaktion »Deutsch als Fremdsprache«. Die Lehrwerke werden im In- und Ausland an Goethe-Instituten und von anderen Einrichtungen eingesetzt. Im Ausland tragen sie dazu bei, dass möglichst viele Menschen die deutsche Sprache erlernen, im Inland unterstützen sie maßgeblich die Integration ausländischer Mitbürger.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1981 Andreas Langenscheidt (*1952), seit 1990 persönlich haftender Gesellschafter der Langenscheidt KG, trat 1981 in das väterliche Unternehmen ein. Mit dem Kauf des Kartografieverlags American Map Corporation 1981 begann er mit seinem Vater, das US-Geschäft aufzubauen. Inzwischen gehören acht amerikanische Verlage zum Portfolio der Münchner Verlagsgruppe. Langenscheidt expandierte jedoch auch in anderen Ländern: Seine Aktivitäten in Frankreich baute das Unternehmen im Jahr 2000 durch den Kauf des Pariser Kartografieverlags Blay Foldex aus. Ebenfalls 2000 wurde in Warschau die polnische Tochter Langenscheidt Polska gegründet.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1983 Internationale Anerkennung sicherte sich Langenscheidt 1983 mit dem »alpha 8 Englisch«, das als erstes elektronisches Wörterbuch der Welt Mediengeschichte schrieb. Um sich die deutsche Marktführerschaft bei elektronischen Wörterbüchern zu sichern, übernahm die Verlagsgruppe Langenscheidt 1993 die auf Sprachencomputer spezialisierte Hamburger Hexaglot-Gruppe. Die Nutzung neuester Technologien für Fremdsprachenangebote (z.B. Wörterbücher per SMS oder als PDA-Version) gehört seither zu den Kernkompetenzen des Hauses. Als Spezialvertrieb wurde 1995 das Hamburger Medien Haus (HMH) gegründet. Die Vertriebs-GmbH betreut neben den Hexaglot-Produkten und den elektronischen Datenträgern von Langenscheidt inzwischen die Produkte von mehr als 30 Verlagen.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1988 Mit der Mehrheitsbeteiligung am Verlag Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG in Mannheim sicherte sich die Langenscheidt KG 1988 die Spitzenposition in den Bereichen Wissen, Deutsche Sprache und Nachschlagen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt. Die Kernkompetenzen des Münchner Traditionsunternehmens verteilten sich damit auf insgesamt drei Säulen: Fremdsprachen, Reise/Kartografie und Wissen/Deutsche Sprache.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
1996 Im Frühjahr 1996 präsentierte der Verlag die Übersetzungssoftware »Langenscheidts T1«. Das gemeinsam mit der Gesellschaft für Multilinguale Systeme entwickelte Programm erreichte im Mai 1996 mit »Langenscheidts T1 Standard Englisch« Serienreife. Kurze Zeit später folgten entsprechende Programme für die Sprachen Französisch, Spanisch und Russisch. Inzwischen gibt es von »Langenscheidts T1« auch Versionen für professionelle Übersetzer.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
2002 Seit 2002 gehört das gesamte Produkt-Portfolio von Berlitz Publishing, der weltweit stärksten Marke für Sprache & Reisen, zur Langenscheidt KG. Bei Berlitz Publishing waren zum Zeitpunkt der Übernahme 590 Titel in 21 Reihen lieferbar, die auf acht Sprachmärkten angeboten wurden. Langenscheidt hat die Backlist aktualisiert, die Gestaltung vereinheitlicht und die weltweite Vermarktung optimiert.
|
|||
| Top |
||||
![]() |
2006 Langenscheidt erfindet das Wörterbuch neu: Der Einfluss des Computers auf die Sehgewohnheiten ließ den Fremdsprachenexperten über eine völlig neuartige Gestaltung seiner Wörterbücher nachdenken. 2006 erscheint das Explorer-Wörterbuch, dessen Layout in Anlehnung an die Bildschirmoptik des Windows Explorers erinnert und insbesondere junge Sprachenlerner anspricht. In Auftrag gegebene Tests an Schulen gaben dem Konzept Recht: Wörter werden aufgrund des neuen Layouts um bis zu 40 Prozent schneller gefunden.
|
|||
| Top |
||||