Meilensteine




 
1854 Eine Lautschrift macht Schule
Verlagsgründer Gustav Langenscheidt reist als 17-Jähriger durch Europa. Auf seinem Trip durch die europäischen Metropolen von London bis Wien erlebt er hautnah, wie wichtig Sprachen für die Verständigung sind. Zurück in seiner Heimatstadt Berlin entwickelt er gemeinsam mit dem Sprachlehrer Charles Toussaint eine bahnbrechend neue Lautschriftmethode. Damit vereinfacht sich das Sprachenlernen im Selbststudium fundamental.




1856 Aus der Not eine Tugend
Gustav Langenscheidt entwickelt den ersten Selbstlernkurs für die französische Sprache. Nachdem sich für das Werk kein Verleger findet, gründet Gustav kurzerhand selbst einen Verlag in seiner Heimatstadt Berlin. Mit Erscheinen seines „Brieflichen Sprach- und Sprechunterricht für das Selbststudium der französischen Sprache“ wird er mit gerade einmal 24 Jahren zum „Vater des populären Sprachkurses“. Weitere Sprachen folgen: von Englisch im Jahr 1861 bis Hebräisch 1923.


 
1880 Das Jahrhundertwerk
Langenscheidt steigt in den Wörterbuch-Markt ein. Das enzyklopädische Wörterbuch der französischen und deutschen Sprache, der „Sachs-Villatte“, erscheint – bis heute ein Glanzstück unter den deutsch-französischen Nachschlagewerken. Bereits im Jahr 1863 bei den Autoren Carl Sachs und Césaire Villatte in Auftrag gegeben, waren bis zur Fertigstellung der Suezkanal eröffnet und das Deutsche Reich gegründet worden. Während der langen Bearbeitungszeit entstand ein echter Koloss, der auf 4000 Seiten über 310.000 Stichwörter und Wendungen listete. 1901 folgte die englische Version.


 
1903 Die Geburt des Taschenwörterbuchs
Langenscheidt beginnt in Reihen zu denken: Die Taschenwörterbücher gehen im einheitlichen Reihendesign in Druck. Das unverwechselbare „L“ schmückt zum ersten Mal das Cover. Handlich im Format trifft es den Nerv der Zeit: Die mobile Gesellschaft erhält ihren praktischen Sprachbegleiter. Im Laufe der Jahre wird dieser Klassiker mehrfach auf Frischzellenkur geschickt. Permanent erneuert, didaktisch verbessert und inhaltlich ergänzt, kommt die Reihe heute auf rund zwanzig Sprachen.




 
1905 Langenscheidt – ein Technik-Trendsetter
Die ersten Grammophone halten Einzug in die Wohnzimmer – damals ein technisches Wunder, das den Musikgenuss ermöglicht, ohne ein Konzert besuchen zu müssen. Langenscheidt erkennt früh das Potenzial der neuen Technologie und bringt die erste Grammophon-Platte für den Selbstlern-Unterricht auf den Markt.





 
1912 Um die Welt mit Langenscheidt
Reisen wird en vogue. Ob privat oder geschäftlich: Die Menschen sind in Bewegung. Unterwegs zu neuen Ufern sind die neuen Langenscheidt Sprachführer mit im Gepäck: Thematisch gegliederte Wortschätze bieten verlässliche und rasche Hilfe, um sich auf unbekanntem Terrain zurecht zu finden.






 
1956 Das berühmte Logo
Die Marke Langenscheidt wechselt das Outfit und modernisiert das Logo: blaues „L“ auf gelbem Grund. Der Grafiker Richard Blank stattet Langenscheidt mit den prägnanten Farben aus. Starke Farben, starke Marke.





 
1961 Ein Verlag zieht um
Als im Morgengrauen des 13. August 1961 die ersten Mauerblöcke in Berlin errichtet werden und die Stadt teilen, verändert dieses Ereignis das Leben der Menschen für beinahe drei Jahrzehnte. Langenscheidt reagiert auf den Mauerbau mit der Gründung eines zweiten Firmensitzes in München. Der Verlag zieht von der Spree an die Isar und führt von München-Schwabing aus bis heute erfolgreich seine Geschäfte.



 
1979 Deutsche Sprache – Schwere Sprache
Deutsch als Fremdsprache wird ins Programm aufgenommen. Jeder Mensch kennt Situationen, in denen einem die Worte fehlen. Damit fehlende Sprachkenntnisse nicht sprachlos machen, unterstützt Langenscheidt Menschen, die Deutsch lernen wollen. Eine eigene Redaktion wird aufgebaut, deren Lehrwerke im In- und Ausland an Goethe-Instituten und in ähnlichen Einrichtungen Einsatz finden. Deutsch zu lernen ist und bleibt eine Herausforderung.


 
  1983 Ein Wörterbuch wird mobil
Langenscheidt bringt mit dem „alpha 8 Englisch“ das erste elektronische Wörterbuch der Welt auf den Markt. Es wird zum Vorbild vieler weiterer tragbarer Geräte in den nächsten Jahrzehnten.

 
  2010 Langenscheidt – online und überall verfügbar
Langenscheidt launcht die ersten eBooks und Apps. Für jeden gibt es das passende Wörterbuch, den idealen Wortschatz- oder Grammatiktrainer, einen interaktiven Sprachkurs oder eine Lektüre – passend für jedes Gerät und jede Nutzungssituation.

 
  2010 Die Familie Langenscheidt zieht sich zurück
Die Familie Langenscheidt zieht sich aus dem Verlegergeschäft zurück. Die neue Verlagsleitung treibt die Weiterentwicklung des Verlags zum dual ausgerichteten Publikationshaus weiter voran.

 
2013 Einstieg der Günther Holding
Mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs „Erwachsenenbildung und Schule“ an den Klett-Verlag und dem Einstieg der Günther Holding konzentriert sich der Langenscheidt Verlag konsequent auf die Zielgruppe der Selbstlerner von Fremdprachen. Die Ausrichtung der Programmpolitik bleibt dual: Neben dem Print-Programm baut der Verlag sein Portfolio an digitalen Produkten und Services aus. Seit 2015 lenkt Ivo Kai Kuhnt als Geschäftsführer zusammen mit seinem Team die Geschicke der Langenscheidt GmbH & Co. KG.