Eine Fremdsprache noch vor der Schule?

Ist mein Kind noch zu klein für eine zweite Sprache?
 
Es stimmt nicht, dass jünger gleich besser beim Fremdsprachenerwerb ist. Das zeigen auch die neuesten Forschungsergebnisse. Das heißt jedoch noch nicht, dass kleine Kinder keine zweite Sprache lernen sollten oder dürfen. Es müssen verschiedene Teilbereiche betrachtet und mit dem kognitiven Lernfortschritt der Kinder in Verbindung gebracht werden. Dabei ist es wichtig, wie das Kind die zweite Sprache lernt - möglichst ganz natürlich und mit viel Spaß. Außerdem spielt hier das Lerntempo und die Gedächtniskapazität eine Rolle. Kinder sollten nicht durch einen zu hohen Anspruch an deren Gedächtnisleistungen demotiviert werden.
 
 

Vernachlässigt mein Kind seine Muttersprache, wenn es früh eine zweite Sprache spricht?

 
Im Gegenteil: der Kontakt zu einer zweiten Sprache tut Kindern gut. Studien belegen, dass Kinder, die früh eine zweite Sprache lernen, sich auch besser in der Muttersprache ausdrücken können, weil sie ganz allgemein ein besseres Sprachgefühl entwickeln.
 
 

Geraten Muttersprache und Fremdsprache durcheinander?

 
Bei kleinen Kindern kann es passieren, dass sie zwei Sprachen mischen. Man beobachtet das z. B. in Familien, in denen Kinder zweisprachig aufwachsen. Diese Phase geht aber vorbei, wenn das Kind richtig sprechen gelernt hat – dann weiß es, dass es sich um zwei verschiedene Sprachen handelt. Wenn man bei größeren Kindern zwei Sprachen in einem Satz hört, so liegt das meist daran, dass das Kind den Satz noch nicht ganz in der Fremdsprache bilden kann, aber ihn auch nicht ganz auf Deutsch sagen möchte – schließlich ist das Kind stolz auf seine Fremdsprachenkenntnisse. Dem Kind ist aber durchaus klar, dass es zwei verschiedene Sprachen mischt.
 
 

Kinder im zweisprachigen Elternhaus

 
Als bestes Beispiel sind Kinder anzusehen, die zweisprachig aufgewachsen sind. Sie tun sich später leichter auch noch weitere Sprachen zu lernen und nehmen vor allem keinen Schaden davon, schon im Kindesalter mehrere Sprachen gelernt zu haben. Ein paar Kleinigkeiten sind jedoch auch hier zu beachten, zum Bespiel, dass die Sprache an Bezugspersonen gebunden ist, z.B. Mutter deutsch, Vater englisch. Sprechen die Großeltern noch eine andere Sprache, lernt das Kind spielend und ohne es zu merken eine dritte Sprache kennen. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Bezugspersonen vor dem Kind nicht in der Sprache wechseln. Dann gäbe es echte Verwirrung. Aber auch das verliert sich nach einigen Jahren und das Kind kann die Sprachen deutlich unterscheiden.


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